Achtung - in 170 m endet Berlin

Mauerfoto: Achtung - in 170 m endet Berlin aus Kladow

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Der Glienicker See am westlichen Stadtrand Berlins gilt als sauberster See und entwickelt sich daher zum beliebten Ausflugsgebiet für die Berliner aus dem Westteil der Stadt. Die Grenze verläuft hier in der Mitte des Sees und wird durch Schwimmbojen markiert. Ein Schild am Ufer des Sees klärt die Badenden über den Grenzverlauf im See auf. Der Zusatz "West-" vor dem Wort Berlin ist mit einem schwarzen Balken unkenntlich gemacht worden.

Fotografiert am:

21.4.1985

Ort:

Kladow

Geschichten zum Bild

Wenn man von Charlottenburg aus einen Badeausflug unternahm,ging es bei uns immer zum Glienicker See.Wir berliner Kinder wußten dann,daß wir bis zum See eine,für uns,"weite", schöne Fahrt vor uns hatten.Zum Schluß verlief die Fahrt,wie gewohnt immer rechts an der Mauer entlang.Die Mauer war aber durch die grünen Bäume und Büsche kaum zu sehen.Außerdem schauten wir sowieso "vorfreudefröhlich" links aus dem Fenster und genossen den warmen Sommerwind und den ländlichen Anblick der Rieselfelder. Der Glienicker See hatte in der Mitte Bojen, die sogenannten Grenzbojen, welche uns Kindern aber harmlos erschienen, ungefähr so wie die Markierung eines Nichtschwimmerteils zum Schwimmerabschnitt.Natürlich wußten wir von den "Bekloppten",wie wir Kinder die Grepos nannten,die auf der anderen Uferseite in ihren Türmchen saßen und mit Ferngläsern zu den Badenden glotzten.Manchmal winkten wir übermütig und streckten,an den Bojen hängend,die Zungen raus. Jedoch kann ich mich gut an eine unserer Luftmatratzen erinnern, die im allgemeinen Getobe mit Matratze und Boje wegdriftete und keiner von uns sich wagte sie zurückzuholen, schließlich schwamm sie hinter der Boje. Da waren die elterlichen Warnungen dann doch wie eingefressen, daß die"Bekloppten" vielleicht schießen würden. Im Übrigen schwammen an schönen Tagen zahlreiche,nunmehr besitzerlose, Wasserbälle einsam in der Verbotszone, was bestimmt viele Tränen kostete.
Die gerade oben erzählte Geschichte schrieb: Manon Kitter
Es war wie ein Lottogewinn,wenn man im Sommer auf einen der Türme am Glienicker See Dienst machen mußte,mit dem Fernglas die badenden beobachten,da war nichts mit Grenzsicherung,einmal kam sogar ein Paar in einem Ruderboot bis an die Bojen,sie zogen sich aus und Trieben ES,das Boot wae schon wit auf DDR Territorium,aber eine Meldung gab es nicht,viel zu schön war die Aussicht und zum Dienstschluß hatte man schwarze Ränder um die Augen von den Gummipolstern der Ferngläser!
Auch ich kann mich an diesen See während meines unfreiwilligen 1-jährigen Grenzdienstes 1975/76 erinnern. Angeblich sollen es hier ein Neger und eine Weiße ebenso getrieben haben. In der Nähe gab es aber noch einen anderen See auf DDR-Seite, welcher ziemlich weit weg von dessen Turm war, an den Namen kann ich mich mich nicht mehr erinnern, aber es war Sitte, dass zumindest im Sommer für dieses Postenpaar bei der Vergatterung ein DF (Dienstfernglas) heimlich von einem anderen Postenpaar weitergereicht wurde, damit man von dort einen besseren Blick auf die evt. FKK-Badenden erkennen konnte, indem man diese zwei DF hintereinander auf ein Brett montierte. Übrigens an "Grenzsicherung" war bei unseren Beobachtungen, egal auf welchem Turm zwischen Babelsberg und Hennigsdorf sowieso nicht zu denken. Ja , so war das damals. Gruß Hardy
Hier noch mal was zum "Lottogewinn". Während meiner unfreiwilligen Dienstzeit 1975/76 war das wohl eher eine der seltenden Heimreisen. Mir persönlich war es nur 7mal vergönnt, zu meiner Frau und meinem Söhnchen nach Hause zu fahren. Dazu brauchte ich mehr als 12 Stunden zwischen Groß-Glienicke und Hoyerswerda mit Busse, Straßenbahn, Eisenbahn, Wartezeiten zum Umsteigen und Laufen. Weil wir bis 22.00 Uhr wieder im "Objekt" zurück sein mussten, ging es früh um 9.00 Uhr von zu Hause schon wieder los! Es waren nur ca. 200 km! Einmal war ich ein geschlagenes halbes Jahr nicht zu Hause! Ob sich das ein Bundi von heute, der seinen Dienst in Deutschland versieht, noch vorstellen kann? Gruß Hardy
Hallo noch mal, zu den sogenannten Selbstschussanlagen kann ich aus dieser Zeit nur sagen, dass zwischen dem Signalzaun und dem Kollonnenweg Stolperdrähte gespannt waren, deren Enden mit "UPG8" verbunden waren. Diese gaben beim Auslösen, welches manchmal durch Wild geschah, einen kleinen Knall mit einem Rauchzeichen von sich und sollten uns signalisieren, dass der Stolperdraht ausgelöst war. Eine direkte Selbstschussanlage, die also einen Grenzgänger erschoss, sowas habe ich in diesem Jahr nirgends gesehen und kann ich mir auch nicht vorstellen, da ja sonst die Grenzposten dadurch selbst gefährdet gewesen wären. Vielleicht hat jemand dazu andere Erinnerungen? Gruß Hardy
I lived in Berlin from November 1962 to November 1964. I had opportunities as an American Citizen to travel from West Berlin to East Berlin via Checkpoint Charlie. We were searched, and our automobile was searched including the underneath where they had a large mirror on wheels that they would shove under the car to inspect. Everyday life was quite uneventful. We did our shopping and visiting as if nothing were different except house windows were cemented up and streets came to a halt. It did seem strange walking next to the wall and knowing people had died trying to reach freedom.
Hallo Hardy Phartwig, an der Berliner Mauer gab es keine SM 70 sondern nur an einigen Stellen die Signalgeräte. Die Signalgeräte wurden mit Platzpatronen oder Leuchtkugeln bestückt. Die SM 70 Selbstschußautomaten gab es nur an der Staatsgrenze zur BRD. Wie die Signalgeräte wurden diese durch Zug oder auch bei Entlastung des Auslösedraht´s elektrisch gezündet.
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