Einblicke in den Grenzstreifen

Mauerfoto: Einblicke in den Grenzstreifen aus Heiligensee

Zum Bild:

An dieser Stelle befindet sich eine Zufahrt in den Mauerstreifen. Dieser wird in regelmäßigen Abständen auf dem asphaltierten Kolonnenweg von Kübelwagen befahren. Neben dem zum Kübelwagen umgebauten Trabi steht ein Grenzsoldat an einem Betonpfeiler und telefoniert.

Fotografiert am:

20.10.1984

Ort:

Heiligensee

Geschichten zum Bild

Auf dem nicht mehr genutzten Bahndamm der S-Bahn nach Hennigsdorf lagen noch die alten Schienen, die nun völlig überwuchert waren. Und sogar die alten Signale standen dort inmitten der Bäume. Vom Damm aus hatte man einen guten Blick über den Grenzstreifen. Hier befand sich an einem Betonpfeiler ein kleiner grauer Kasten mit vermutlich einem Telefon darin. Ich bin hier häufig zum Pilze sammeln gewesen und habe diverse Mal einen Grenzer an dieser Säule stehen sehen. Das Tor in der Mauer diente den Grenzsoldaten als Zugang in den Todesstreifen. Offensichtlich war es die Zufahrt zu einem Wachturm, der ganz in der Nähe auf eine alte Bahnbrücke gesetzt worden war. Das war ein skurriler Anblick. Den Bahndamm hatte man wegen der Grenzanlagen abgetragen, aber die alte Brücke stand völlig nutzlos noch immer da. Nun diente sie in Verbindung mit dem Wachturm, den „Überblick“ über die Grenze zu behalten.
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